Zwischenspiel
Trotz Sonne satt beschleichen Campus-Reporter Thomas Dröse derzeit gemischte Gefühle
Pünktlich zum Vorlesungsende hat sich der Sommer nach Deutschland verlaufen. Während die Badehose – schon auf Ferien im Schrank eingerichtet – nun endlich ins Freie darf, brutzelt die Sonne gnadenlos jeden, der seinen Lichtschutzfaktor zu niedrig gewählt hat. Unter dem UV-Beschuss flutet die Haut den Körper nur so mit Glückshormonen, gute Laune und fröhliche Menschen also, wohin das Auge blickt. Soweit jedenfalls die Theorie.
Denn zum üblichen Stöhnen über Lernstress und Prüfungen bei 30 Grad gesellen sich derzeit einige Grübeleien, die sich wie Wolken vor die Sonne schieben. Für ein halbes Jahr heißt es „Goodbye, Ilmenau“, ab September steht das Fachpraktikum für die ersten Bachelor-Studiengänge vor der Tür. Endlich raus in die wilde Welt, endlich sehen, wie weit mich zwei Jahre Uni gebracht haben. Doch die Freude hält sich noch ein wenig in Grenzen, ein Hauch von Abschiedsstimmung mischt sich unter die Erwartungen. Nicht nur die Kommilitonen verstreuen sich übers Land und (vorerst) aus dem Blickfeld, auch die lieb gewonnene Studentenbude samt Mitbewohnern ist bald Vergangenheit. Vielleicht wird mir sogar das Mensaessen fehlen.
Doch genug der Melancholie, ich komme ja wieder. Also was soll das Grübeln, wahrscheinlich hat sich auch nach dem Winter rein gar nichts geändert. Der Unibetrieb rollt in bekanten Bahnen, der Kickelhahn steht noch und es würde mich wundern, wenn aus der Mensa nicht der Duft von Rostbrätel und Pommes in meine Nase steigt.