Kranker Patriotismus?!

Christian Kowitz über die Kritik an deutschen Burschenschaften.

Ob rassistische Tendenzen in Studentenverbindungen nun zur Regel gehören oder die Ausnahme sind, sei erst einmal dahin gestellt. Bekannt ist, Burschenschaften verstehen sich als Eliten. Ihre Rituale und Bestimmungen grenzen aus und heben ab. Oft sind es die sozial Schwachen, Arme, Frauen oder Minderheiten, die ausgegrenzt werden. Viele Mitglieder besetzen Spitzenpositionen in Wirtschaft oder Politik. Gleichzeitig wollen sie in der Öffentlichkeit unerkannt bleiben. Warum? Burschenschaften wollen der Kit der Gesellschaft sein, sind es aber faktisch nicht. Das Verhalten was in den letzten Jahren und vom Burschentag auf der Wartburg von ihnen nach außen dringt soll Stärke beweisen, wirkt aber vor allem wie: Angst. Angst vor dem Zerfall des Deutschen Bürgertums. Angst vor dem immer wiederkehrenden Wandel der Gesellschaft. Gegen ihr schlechtes Image unternehmen sie nichts. Wer sich die Deutsche Fußballnationalelf heutzutage anschaut, weiß was der gesunde Kit dieser Gesellschaft bedeutet: die erfolgreiche Integration eben Jener, die ausgegrenzt wurden und werden. Kritik an Burschenschaften ist also durchaus angebracht. Sie wären gut beraten, wenn sie ein deutliches Signal gegen Rassismus setzen und transparenter und offener würden. Das wäre, auch im Sinne eines gesunden Patriotismus.

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