Verdammte Sch…

Weil Campusseite-Redakteur Sebastian Trepesch den TV mit der Stereoanlage verband, schaltete er die zweite Hälfte des Finales von “Unser Star für Oslo” ein und lernte Lena Meyer-Landrut kennen.

Heute zittert in Oslo ein kleines deutsches Mädchen, von dem ein paar Millionen TV-Zuschauer hoffen, dass es endlich ein paar zweistellige Bewertungen für die Bundesrepublik einsammelt und eine Platzierung in der oberen Hälfte des Eurovision Song Contest belegt. Ich muss gestehen, ich habe die Entscheidung um unseren musikalischen Vertreter spät eingeschaltet – obwohl ich musikinteressiert bin. Verschiedenen Kommentaren zufolge sei die Casting-Show sogar sehenswert gewesen.

Lena Meyer-Landrut galt schon einige Wochen vorher als Favoritin. Nach ihrem Sieg im Vorendscheid “Unser Star für Oslo” beklagten sich die Leser in Kommentaren auf stern.de, sueddeutsche.de und ähnlichem wenn nicht gleich über die “falsche” Sängerin über den “falschen” Song: “Satellite” wäre eine schlechte Wahl gewesen. Die Wahl traf jedoch die Mehrheit der Zuschauer per Telefon-Ted. Zugegeben: Als die perfekte Contest-Nummer halte ich das Lied ebenfalls nicht. Allerdings war es trotzdem der Song, den ich mir von den drei Möglichkeiten, die in der Finalshow zur Auswahl standen, am liebsten daheim anhören würde – eine interessante Nummer. Die CD-Produktion ist allerdings etwas kühl, steril geraten, besonders im Vergleich zu den Eurovisions-Beiträgen anderer Länder, die einen weit wärmeren Sound mitbringen.

Wahrscheinlich war es in erster Linie der Charme, der Meyer-Landrut zur Vertreterin für Deutschland krönte. Sie selbst war bei der Ergebnisverkündung ganz ergriffen, und der NDR so begeistert, dass er in das Best of-Video fürs WWW ihre Flüche reinschnitt: “Verdammte Scheiße” freute sich Lena im großen Finale, als sie unter Glitterregen “Satellite” wiederholte.

Nur zu sehr wäre ihr vergönnt, im internationalen Vergleich wieder fluchen zu können. Bleibt zu hoffen, dass Lena heute Abend in Oslo so viel Charme und Spontaneität mitbringt wie im Vorendscheid. Trotz manch (alberner) Diskussion über den Akzent ihres Englisch steht Deutschland hinter ihr, der Charterfolg beweist dies. Und eigentlich ist das schon die Hauptsache.

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